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Donnerstag, 8. Mai 2014

Gastbeitrag: Transhumanismus - Die größte Gefahr für die Menschheit?

Zum Gastbeitrag


Der Transhumanismus glaubt, dass die nächste Evolutionsstufe der Menschheit die Verschmelzung des Menschen mit Technologie ist. Eine neue Rasse von Cyborgs soll den Homo sapiens ablösen und das Leben im Universum auf eine neue Stufe heben. Was klingt wie Science-Fiction, ist vielleicht eine ernst zu nehmende Bedrohung für die nahe Zukunft und wird schon bald das Leben jedes einzelnen Menschen beeinflussen.



Transhumanismus - Die Zukunft gehört den Maschinen

Das Versprechen des Transhumanismus hat religiöse Ausmaße: In wenigen Jahren – vielleicht schon zwei Generationen - soll der Mensch mit den Maschinen verschmelzen und seine gebrechliche biologische Hülle abstreifen. Dieser Schritt zum Hybridwesen vollzieht den Übergang zur bewussten Selbst-Evolution in eine neue Spezies und bringt die lang ersehnte Befreiung von den Qualen, Mängeln und Begrenzungen eines biologischen Körpers: Tod, Krankheit, Makel - all das wird bald Vergangenheit sein. Wir werden sein wie Götter. Allmächtig, vollendet, unsterblich und unbegrenzt. Nun ja, zumindest eine kleine Elite von uns: Eine selbstgeschaffene Rasse, welche künftig die Vorherrschaft über diesen Planeten übernehmen wird, während der Homo sapiens ebenso aus der Geschichte des Universums getilgt wird, wie seine Vorgänger aus der Steinzeit.
Es klingt nicht bloß wie eine Religion, in vielerlei Hinsicht ist es eine. Es ist die kompromisslose Religion von Materialismus und Fortschrittsglaube, der ultimative Triumph des Menschen über die Natur. Die Erlösung des Menschen ist für den Transhumanismus nicht mehr eine spirituelle Frage, sondern eine technologische. Fest steht für die Transhumanisten: Nicht dem Menschen gehört die Zukunft, sondern den Gott-Maschinen. 


Ganz im Sinne Nietzsches ist der Mensch nur eine Brücke, gespannt zwischen dem Tier und dem Übermenschen, ein mangelhaftes Zwischenstadium der Evolution, welches durch genetische Manipulationen, technologische Implantate und künstliche Intelligenz endlich überwunden wird. Das Bewusstsein des Menschen emanzipiert sich von seiner stofflichen Hülle und geht ein in die grenzenlose Freiheit des kybernetischen Cyberspace.



Die technologische Singularität

Über das ganze Ausmaß des Einflusses der Transhumanisten und den aktuellen Stand dieser Entwicklung sind die wenigsten Menschen im Bilde. Tatsächlich diktiert die transhumanistische Agenda derzeit weltweit den wissenschaftlichen Betrieb, Milliarden von Dollar werden in entsprechende Forschungsprojekte investiert, teils dank aktivem Lobbyismus der Transhumanisten, teils durch eine kollektive Kulturstimmung des Fortschrittsglaubens, die sich vor allem in der Medizin sehr deutlich zeigt.  Schon bald, so hoffen Teile der Transhumanisten, erreicht diese Entwicklung die "technologische Singularität" - denjenigen Zeitpunkt, an dem Maschinen so intelligent werden wie Menschen und beide zu einer neuen Spezies verschmelzen. Das gesamte Wissen der Menschheit, insbesondere Gentechnik, Nanotechnologie, Neurologie und Kybernetik wird sich im Punkt der Singularität zur Geburt der neuen Über-Spezies vereinen:
„Die Singularität ist eine Zukunft, in der das Tempo des technologischen Wandels so schnell und weitreichend voranschreitet, dass die menschliche Existenz auf diesem Planeten irreversibel verändert wird. Wir werden die Macht unserer Gehirne, all die Kenntnisse, Fähigkeiten und persönlichen Macken, die uns zu Menschen machen mit unserer Computer-Macht kombinieren, um auf eine Art zu denken, zu kommunizieren und zu erschaffen, wie wir uns heute noch nicht vorstellen können.
Diese Verschmelzung von Mensch und Maschine, mit der plötzlichen Explosion der Maschinen-Intelligenz wird, im Verbund mit rasend schneller Innovation in den Bereichen der Gen-Forschung sowie der Nanotechnologie, zu einer Welt führen, wo es keine Unterscheidung mehr zwischen dem biologischen und dem mechanischen Leben oder zwischen physischer und virtueller Realität gibt. Diese technologischen Revolutionen werden es uns ermöglichen, unsere gebrechlichen Körper mit all ihren Einschränkungen zu überwinden. Krankheit, wie wir sie kennen, wird ausgerottet. Die menschliche Existenz wird einen Quantensprung in der Evolution durchlaufen. Wir werden in der Lage sein, zu leben solange wir wollen." erklärt Ray Kurzweil, einer der Vordenker der Transhumanisten.

Transhumanismus - die Religion der Elite

Was man zunächst kaum ernst nehmen kann, halten fachkundige Wissenschaftler entweder für die größte Chance oder aber für eine der größten Gefahren unserer Zeit. Denn es sind nicht bloß ein paar Science-Fiction-Spinner, die diese neue Religion vorantreiben, es sind vor allem Angehörige der internationalen Eliten. Unter den informierten Intellektuellen der Welt herrscht längst größte Sorge über den unaufhaltsam scheinenden Siegeszug der Transhumanisten. In Konferenzen, Uni-Seminaren und Feuilletons rund um den Globus werden die Gefahren der Bewegung diskutiert. Die breite Öffentlichkeit nimmt dies kaum wahr - zu phantastisch, zu abgehoben klingen die Ziele. Dabei hat es längst begonnen. Und selbst die erbittertsten Gegner halten die Bewegung mittlerweile für "nicht mehr aufzuhalten".
"Die Frage, welche Spezies diesen Planeten dominiert, wird die globale Politik in diesem Jahrhundert diktieren. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich jene Technologien entwickeln, welche die Entstehung von "Artilects" - künstlichen Intelligenzen - möglich machen, ist es wahrscheinlich, dass die Menschheit in der Lage sein wird, Artilects zu konstruieren, die geistige Fähigkeiten besitzen, welche buchstäblich Billionen über Billionen mal über dem menschlichen Niveau liegen. Die Menschheit wird sich dann entscheiden müssen, ob sie die Nr. 2 Spezies auf dem Planeten werden möchte oder nicht", schreibt Hugo de Garis im Forbes Magazine - einem angesehenen amerikanischen Wirtschaftsblatt.
Die Singularity University - so etwas wie das ideologische Hauptquartier der heterogenen Bewegung - liegt im Silicon Valley direkt zwischen Google und der Nasa. Das spiegelt in etwa wieder, wo die Bewegung gesellschaftlich steht. Die Transhumanisten reiten auf der Welle des unerschütterten Glaubens an Fortschritt und Technologie. Geschickt bringen sie ihre Forschungsprojekte auf die Agenda von Universitäten und Konzernen, längst forscht man weltweit im Auftrag der Transhumanisten. Und jedes Jahr rückt die Bewegung ihren Zielen näher. Jetzt sind wir schon so nah, wie die meisten Menschen kaum ahnen würden.

Transhumanismus, die logische Fortführung der Evolution

Im Weltbild der Transhumanisten ist der Schritt vom Menschen zur künstlichen Intelligenz nichts weiter als die logische Fortführung der Evolution. Eine Seele gibt es für die Transhumanisten nicht, nur Nervensignale und Gene. Einen Gott auch nicht - zumindest noch nicht! wie Ray Kurzweil gern zu sagen pflegt.
Evolution ist für die Transhumanisten nicht die Evolution von Leben oder Bewusstsein, sondern von Information und ihrer Verarbeitung. Die Information hat sich von Atomen über DNA, zu Memen in Computern weiterentwickelt. Der Mensch sei nur eine organische Maschine, ein Vehikel für Information. Und nun sei der Zeitpunkt gekommen, an dem die Information ein besseres Vehikel findet: den Cyborg. Nachdem die Materie in Form des Menschen intelligent geworden ist, soll nun eine neue Form von Intelligenz und Bewusstsein entstehen, die künstliche Intelligenz, hervorgebracht durch den Menschen, der mit dieser neuen Form zu einem neuen Wesen verschmelzen wird. Technologie wird lernen, die Mechanismen der Natur zu verwenden, aber unendlich effizienter, schneller, und ohne die schwächliche Zerbrechlichkeit organischer Lebewesen.
Der Mensch, so glaubt der Transhumanismus, ist die erste Spezies, welche die Evolution der eigenen Spezies selbst in die Hand nimmt und steuert - und damit millionenfach beschleunigt.

Der Siegeszug der Technik

Derzeit verdoppelt sich die Rechenleistung von Computern alle 18 Monate. In etwa 6 Jahren werden Computer dem menschlichen Gehirn an Rechenpower weit überlegen sein. Im Jahre 2050 wird man ein Gerät, das die Rechenpower aller menschlichen Gehirne übertrifft für den Preis einer Waschmaschine erwerben können, macht Kurzweil die Entwicklung plastisch. Rechenpower ist freilich noch lange keine Intelligenz, aber allein die Möglichkeit alarmiert weltweit die Wissenschaft: Roboter und Computer übernehmen immer größere Bereiche unseres Lebens. Ob in der Fertigung, im Operationssaal oder beim Militär, Roboter sind allgegenwärtig. Wie viel Macht dürfen Computer haben? Wie weit darf man noch gehen bei militärischen Drohnen und intelligenten Waffensystemen, die immer mehr „Entscheidungen“ übernehmen sollen. Wie soll man auch in diesem Kontext mit dem möglichen Aufkommen von künstlicher Intelligenz umgehen? Welche Rechte haben intelligente Computer? Weltweit gibt es hochkarätige Konferenzen zu diesen Themen - denn all diese Fragen werden vielleicht schon in wenigen Jahren aktuell. 


Die Frage, ob eine Maschine überhaupt im menschlichen Sinne „intelligent“ sein kann, ist dabei an sich eine, die tiefe philosophische Fragen aufwirft.  Gotthard Günther wies dies schon 1963 mit dem Argument zurück, dass die Sprache der Maschinen von Menschen geschaffen ist und damit um eine logische Dimension unter der Sprache des Menschen liegt. Das Maschinenbewusstsein könne niemals seinen eigenen Schöpfungsprozess hintersteigen, meint Günther. Es spiegele sich in diesem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, das Verhältnis von Mensch zu Gott: Auch der Mensch sei mit der ihm eigenen Logik nicht in der Lage, seinen eigenen Schöpfungsprozess zu verstehen. 


Allerdings hat Günther seine Rechnung dabei vielleicht ohne die neurologischen Schaltkreise gemacht, mit welchen das Gehirn des Menschen nachgebaut werden soll – oder den Bio-Computern, die etwa die Gehirne von Ratten als Hardware verwenden. Ob solche Rechner in Zukunft noch mit Algorithmen funktionieren, oder ganz anders, das weiß heute niemand.

Der Plan der Transhumanisten

Aber für die Transhumanisten ist das alles nur Vorgeplänkel. Kybernetik, Neurologie, Robotik, Nanotechnologie, Gentechnik - es ist die Fusion all dieser Strömungen zu einem übergeordneten Ziel, die den Plan der Transhumanisten wahrwerden lassen soll. Die Entwicklung ist aus Sicht des Transhumanismus in vier groben Schritten zu denken:
  1. Technologie wird zum alltäglichen menschlichen Begleiter. Nach Computern und Smartphones werden Hausroboter zur Normalität. Die Technologie rückt immer näher an den Menschen heran, intelligente Maschinen und die Kommunikation mit Robotern und künstlicher Intelligenz (z.B. Kundenberatung) immer normaler.
  2. Dann wird der Mensch beginnen, Technologie direkt in seinen Körper einzubauen und Schnittstellen zwischen dem Gehirn und Computern zu schaffen. Dies wird seine Fähigkeiten drastisch erweitern. Zwei Rassen werden auf der Erde existieren: Solche Menschen, die Zugang zu der neuen Technologie haben und sich damit zum Mensch 2.0 updaten, und der Homo sapiens, welcher der neuen Rasse hoffnungslos unterlegen sein wird. Der Cyberspace und die Realität verwischen, da die Computer-Gehirn-Schnittstelle Reize simuliert als würden sie tatsächlich erlebt.
  3. Der neue Mensch 2.0 besteht irgendwann zu gleichen Teilen aus organischen und technischen Elementen. Das Leben des Menschen wird drastisch verlängert. Seine Fähigkeiten steigern sich ins unermessliche. Zuletzt wird es möglich, ein organisches Gehirn in einen Cyborg zu verpflanzen, wodurch der Mensch nach dem Glauben der Transhumanisten den Körper wechseln kann und damit unsterblich wird.
  4. Dann gelingt es, eine künstliche 1:1-Kopie eines menschlichen Gehirns zu erzeugen. Es wird möglich, den gesamten Inhalt des Gehirns und seine Struktur in einen Computer zu downloaden. Menschen leben dann als "intelligente Software" im Cyberspace oder in einem Cyborg-Avatar ihrer Wahl. Der Mensch kann beliebig die Körper wechseln. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Realität und Cyberspace. Der Mensch kann mit seinem Bewusstsein in den Cyberspace reisen und dort Welten erschaffen und beherrschen. Der Mensch hört auf zu existieren, Evolution geschieht durch gezielte Schöpfung neuer Intelligenzen.
(Einzelheiten der Ziele sind Ray Kurzweils Aufsatz: "Reinventing Humanity - The future of Machine-Human Intelligence" oder auch der Web-Seite 2045.com zu entnehmen, welche die Ziele der Transhumanisten in Russland vertritt.)

Exponentielle Beschleunigung

Wie kommt es, dass kaum jemand diesen Plan ernstnimmt, während uns vielleicht gerade mal 20 Jahre von seiner Umsetzung trennen? Ray Kurzweil erklärt es: Es liegt daran, das kaum jemand versteht, was exponentielles Wachstum bedeutet.


"Wie ist es möglich, das wir so nah vor diesem enormen Wandel stehen und ihn nicht sehen können? Die Antwort ist die Beschleunigung der technologischen Innovation. Wenn sie in die Zukunft denken, berücksichtigen nur wenige Menschen die Tatsache, dass der menschliche wissenschaftliche Fortschritt exponentiell verläuft.

In anderen Worten, das 20. Jahrhundert hat sich allmählich beschleunigt bis zum heutigen Tempo des Fortschritts, die gesamten Leistungen des letzten Jahrhunderts entsprechen nur etwa 20 Jahren Fortschritt in der Geschwindigkeit vom Jahr 2000. Nun machen wir gerade nochmal "20 Jahre" dieses Fortschritts in nur noch 14 Jahren (bis 2014), und dann das gleiche wieder in nur sieben Jahren. Wir werden im 21. Jahrhundert nicht 100 Jahre technologischen Fortschritts erleben, wir werden 20.000 Jahre Fortschritt bezeugen (am heutigen Fortschritt gemessen), oder Fortschritt, der etwa 1000 mal größer ist als das, was das gesamte zwanzigste Jahrhunderts erreicht hat."
Dabei ist anzumerken, dass das 20. Jahrhundert uns von Pferdewagen zu Magnetschwebebahnen und von Dampfmaschinen zu Smartphones gebracht hat - eine unvorstellbare Entwicklung. Das was nun kommt, wird 1000 Mal schneller sein. Ab einem bestimmten Punkt wird der Fortschritt so schnell sein, dass das menschliche Gehirn ihn nicht mehr begreifen kann. Nur die optimierten Menschen werden mit diesem Tempo noch schritthalten können.

Forschen für die Maschinen-Götter

Forschungsmittel für diesen grotesken Plan lassen sich leicht besorgen. Gerade erst hat die EU den größten jemals für ein Forschungsprojekt verteilten EU-Etat von einer Milliarde an Steuergeldern in das transhumanistische "Human Brain Project" gesteckt - einer der wichtigsten Bausteine: die Simulation eines kompletten menschlichen Gehirns als Computerschaltkreis durch die Nachbildung der neuronalen Struktur des menschlichen Gehirns. In etwa 10 bis 20 Jahren soll das menschliche Gehirn fertig sein. Die Rechenpower von Computern hat die des Gehirns bis dahin vielleicht bereits um das millionenfache überflügelt.


Die Robotik, insbesondere die Prothetik soll herausfinden, wie man Maschinen direkt an Nerven anschließen kann, um den Menschen mit künstlichen Gliedmaßen und Sinnesorganen zu erweitern. Forschungsgelder gibt es dafür von Medizin und vom Militär in Milliardenhöhe. Die Technik ist bereits so gut wie ausgereift.

Die Entwicklung von Haushalts-Robotern schreitet ebenfalls schnel voran. Schon bald sollen sie in Altenheimen, als Haushalts-Hilfe und als Spielkameraden für Kinder zum Einsatz kommen. IBM hat prognostiziert, dass solche Roboter in bereits fünf Jahren fühlen, sehen, hören, schmecken und riechen können.

Andere Bereiche der Robotik befassen sich mit Bio-Hybrid-Systemen. Hier werden Zellen mit elektronischen Schaltkreisen verbunden - der erste Schritt zum halblebendigen Cyborg-Roboter.
Die Neurologie soll helfen, das Gehirn zu verstehen und ein Gehirn-Computer-Interface zu bauen. Ein solches gibt es bereits, es wurde an Tieren erfolgreich getestet und wird nun erstmals in Menschen verpflanzt. „In Zukunft wird man sein Hirn durch Gehirnimplantate an sogenannte Mind-Machine-Infaces wie an einen PC anschließen können und damit Maschinen steuern. So werden wir auch innerhalb kürzester Zeit Wissen downloaden können. […] Niemand weiß, was das dann für ein Wissen sein wird, ob es überhaupt ein Wissen im bisherigen Sinne sein wird [...]und was dabei mit dem „Ich“ des Menschen geschieht.“ erklärt Dr. Dr. Dr. Roland Bendikter. (EnlightenNext Frühling 2013)
Die Nanotechnologie macht immer kleinere Schaltkreise möglich - und Roboter, die so klein sind, dass sie in der menschlichen Blutbahn leben können. Ray Kurzweil fasst die Entwicklung wie folgt zusammen:
"Die Revolution der Nanotechnologie wird uns ermöglichen, unseren Körper und unsere Gehirne Molekül für Molekül neu zu gestalten - weit über die Grenzen der Biologie hinaus. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz innerhalb unseres biologischen Systems wird für die Menschheit einen evolutionären Sprung nach vorne markieren, aber es bedeutet auch, dass wir mehr  "Maschine" sein werden als "Mensch". Milliarden von Nanobots werden durch die Blutbahnen in Körper und Gehirn reisen. Sie werden Krankheitserreger zerstören, DNA-Fehler korrigieren, Giftstoffe beseitigen, und viele andere Aufgaben erfüllen, die unser körperliches Wohlbefinden steigern. Als Ergebnis werden wir in der Lage sein, auf unbestimmte Zeit zu leben, ohne zu altern.


Trotz des wunderbaren Zukunftspotenzials der Medizin wird Unsterblichkeit nur erreicht werden, wenn wir unsere biologischen Körper vollkommen ablegen. Während wir uns in Richtung einer Software-basierten Existenz bewegen werden, gewinnen wir die Fähigkeit "Backups" von uns anzulegen (Speicherung der Muster unseres Wissen, unserer Fähigkeiten und Persönlichkeit in einer digitalen Form) wodurch wir virtuelle Unsterblichkeit erlangen. Dank Nanotechnologie werden wir einen Körper haben, den wir allein durch unseren Willen nicht nur verändern, sondern in völlig neue Formen verwandeln können. Wir werden um 2020 in der Lage sein unsere Körper in full-immersion Virtual-Reality-Umgebungen so zu verändern und etwa um 2040 auch in der physischen Realität."

Bislang läuft alles wie am Schnürchen.

"Die Konsumenten werden um den Chip betteln"


Einer der wichtigen Bausteine ist auch die Entertainment-Elektronik. Durch eine langsame Gewöhnung der Menschen an Technologie soll die Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert und auch konservative Zweifler auf Linie gebracht werden. Entertainment-Anwendungen bringen nicht nur Milliarden für die weitere Entwicklung, sondern sind auch hervorragende Tests für viele neue Technologien.


Die Smartphones waren der erste Schritt in dieser Entwicklung. Nun wird die Augmented Reality folgen: Geräte, welche die Technologie noch näher an den Körper bringen und die Grenze zwischen Technik und Mensch langsam verwischen. Googles Glasses oder diverse Startups mit Augmented-Reality-Kontaktlinsen sind solche Technologien, welche zum Beispiel das natürliche Sichtfeld des Menschen mit digitalen Anzeigen überlagern. Der Computerbildschirm ist dann kein Ding mehr, sondern integraler Bestandteil unserer Wahrnehmung.

Der nächste Schritt sind dann die Implantate. Noch scheint kaum vorstellbar, dass in naher Zukunft - und wir reden von vielleicht 5 Jahren - Menschen es zulassen werden, das Computerteile in ihre Körper transplantiert werden. In der hervorragenden Arte-Dokumentation "Welt ohne Menschen - Transhumanismus: Chance oder Albtraum?" kann ein transhumanistischer Vordenker darüber nur lachen: Die Menschen würden wie für das I-Phone und die Playstation vor den Läden kampieren und darum betteln, ein Implantat zu bekommen, sagt er voraus. Denn die ersten Konsumenten-Implantate werden Entertainment-Implantate sein. Und Menschen sind verrückt nach solchem Zeug.
Von da bis zur Computer-Hirn-Schnittstelle ist es dann nicht mehr weit. Und spätestens damit ist der Bann gebrochen.

Der Krieg der Spezies

Unvermeidbare Folge einer solchen Entwicklung wäre, dass die Menschheit sich schon bald in zwei oder mehr Spezies aufteilen wird: Die normalen Menschen und die Menschen 2.0. Es wird vor allem die Elite sein, die über den Zugang zu den neuen Technologien verfügt und durch diese technischen Erweiterungen den gewöhnlichen Menschen in Intelligenz, Sinnesorganen, Körperkraft, Lebensdauer und Macht um ein Vielfaches überlegen sein werden. Eine Herrenrasse ist geboren - und eine Abfall-Rasse, die in der Gesellschaft keine signifikante Rolle mehr spielen wird und nur noch für niedere Arbeiten zu gebrauchen ist.
Hugo de Garis postuliert in seinem bereits zitierten Aufsatz "The Coming Artilect War", dass sich die Menschheit schon vor dieser Entwicklung auch ideologisch in drei Gruppen zerteilen wird: Die Cosmisten wollen Maschinen-Götter erschaffen, die Terraner kämpfen für eine Erhaltung der Natürlichkeit und des Homo Sapiens und als dritte Gruppe sieht er die Cyborgisten/Transhumanisten, die hoffen, sich selbst in Gott-Maschinen zu verwandeln. Sein Szenario für die nahe Zukunft ist nicht rosig:
"Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die Cyborgs sich zunehmend verbreiten. Eine junge Mutter, die gerade entbunden hat, kann nun wählen, dem neugeboren Baby-Gehirn ein Körnchen artilectischen Salzes hinzuzufügen - die Umwandlung in einen Artilect (Artifical Intellect). Es steckt so viel Rechenleistung in diesem Sandkorn, dass sie ihr Baby effektiv "getötet" hat. Es ist nun kein Mensch mehr, sondern ein Artilect in menschlicher Verkleidung. Stellen Sie sich vor, wie ältere Eltern beobachten müssen, wie ihre erwachsenen Kinder sich in Cyborgs verwandeln, so sehr, dass ihre Kinder nicht mehr menschlich sind. Die Eltern werden fühlen, sie hätten ihre Kinder verloren. Der Aufstieg der Artilects und der Cyborgs wird zutiefst verstörend auf die menschliche Kultur wirken, und tiefe Entfremdung und Hass hervorrufen.
Kurzweil behauptet, dass, wenn überhaupt ein Krieg zwischen den Terranern und den anderen Gruppen stattfindet, dann wäre es eine schnelle ungleiche Schlacht. Die weitaus überlegene Intelligenz der Artilecten würde die Terraner schnell besiegen."
Das ist sicher eine drastische und ziemlich futuristische Sichtweise, aber nicht wenige Menschen teilen im Kern ähnliche Befürchtungen. Das Zeitfenster für den Menschen, diese Entwicklung zu stoppen ist nicht groß. William Joy, Mitgründer von Sun Microsystems und Gegner des Transhumanismus schreibt in seinem Aufsatz “Why The Future Doesn’t Need Us":
"Seit ich in die Entwicklung neuer Technologien involviert bin, hat ihre ethische Dimension mich besorgt, aber es war erst im Herbst des Jahres 1998, dass mir schreckhaft bewusst wurde, wie groß sind die Gefahren sind, vor denen wir im 21. Jahrhundert stehen. […] Gewöhnt an das Leben mit fast routinemäßigen wissenschaftlichen Durchbrüchen haben wir noch nicht begriffen, dass die größten Technologien des 21. Jahrhunderts - Robotik, Gentechnik und Nanotechnologie - eine andere Bedrohung darstellen als die Technologien, die vor ihnen kamen. Insbesondere Roboter, gentechnische Organismen und Nanobots haben einen gefährlichen Verstärkungsfaktor: Sie können sich selbst replizieren.


Die Unfähigkeit, die Folgen unserer Erfindungen zu verstehen, während wir noch in der Entrückung von Entdeckung und Innovation schwelgen, scheint ein häufiger Fehler von Wissenschaftlern und Technologen zu sein [...] Wir werden in dieses neue Jahrhundert geschleudert ohne Plan, ohne Kontrolle und ohne Bremsen. Sind wir schon zu weit gegangen, um den Kurs noch zu ändern? Ich glaube nicht, aber wir versuchen es ja auch gar nicht - noch nicht - und die letzte Chance, um die Kontrolle wieder zu erlangen, nähert sich sehr schnell.“

Roland Benedikter teilt ähnliche Befürchtungen: 


„Durch die Verschmelzung von menschlichem Bewusstsein mit Technologie verändert sich sowohl die Technologie als auch der Mensch. Und die Frage ist, ob dabei die Technologie menschlicher oder der Mensch technischer wird. Diese Frage ist keine rein philosophische mehr […] Die Technik bleibt nicht länger draußen und damit das Objekt des Menschen. Sondern sie dringt in seinen Körper ein, verbindet sich mit ihm, wird zu einem Teil seines Subjekts. Das ist das Neue, das es so bisher in der Geschichte noch nicht gab.[...] Ich bin sehr skeptisch gegenüber der Geschwindigkeit und der Art und Weise, wie das geschieht. Ich bin für Fortschritt, aber ich befürchte, dass ein Großteil der heutigen Transhumanisten eigentlich keine Ahnung hat, was er mit dem Menschen eigentlich tut.“



Die Metaphysik des Transhumanismus

Dass es sich beim Transhumanismus, nicht um reine Wissenschaft, sondern um eine fanatische Religion handelt, ist kaum zu übersehen. Es geht um die Entstehung eines Volkes von auserwählten Gott-Menschen, die in den Cyber-Himmel aufsteigen, wo sie als allmächtige und unsterbliche Götter leben, Universen erschaffen, sich mühelos durch Raum und Zeit bewegen und weder natürlichen noch ewigen Gesetzen unterworfen sind. Karma, Wiedergeburt, Sünde und Ethik gelten für diese Wesen nicht mehr, sie haben sich abgekoppelt.
Es ist der Triumph der Materie über Gott, der luziferianische Weg zur Erleuchtung, Beweis für die Allmacht des menschlichen Egos, das sich Gott ebenbürtig macht. Es ist die Verkehrung aller spirituellen Verheißungen in den pursten Materialismus. Das Fleisch ist überwunden, das ewige Leben erreicht, der Geist befreit - als Programm in einer Maschine.
Das Transhumanismus ist die materialistisch-mechanistische Antithese zur traditionellen Spiritualität, mit all ihren Komponenten. Zum Beispiel glaubt Kurzweil, dass durch die Verschmelzung von Mensch und Maschine, letztlich die ganze Materie des Universums zu Bewusstsein erwachen wird. "Das Erwachen des Universums" nennt er diese Phase seiner Evolutionstheorie, in welcher "Die Muster von Energie und Materie im Universum durchdrungen werden von intelligenten Prozessen und Wissen." Der Mensch trage durch seine Verwandlung zum Cyborg das Bewusstsein in die Materie hinein und erwecke damit das ganze Universum. Er wird durch diesen Schritt nicht nur gottgleich, sondern auch zum Erlöser der gesamten Schöpfung.
Solche Thesen werden auch in der New-Age-Bewegung zum Teil aufgenommen. Wozu hätte der Mensch wohl sein technologisches Wissen erlangt, wenn nicht, um selbst Herr seiner Evolution zu werden und den Menschen in eine neue Spezies zu verwandeln? Und könnte es nicht der Auftrag des Menschen sein, Bewusstsein in die Materie zu bringen? Warum sollte die Erweiterung des Bewusstsein nicht auch die Technologie mit einbeziehen? Ist dies nicht die ultimative Inkarnation der Seele in Materie, die ultimative Transzendenz? Der Transhumanismus bietet hier reichlich Stoff zu philosophischer Kontemplation.

Der Irrtum der Transhumanisten

Dass der Mensch sich mithilfe technischer Updates, Gentechnik und anderer Techniken selbst in eine neue Spezies verwandeln wird, das steht wohl nicht mehr in Frage. In wenigen Jahren, wohl kaum mehr als 10, werden wahrscheinlich zwei Spezies auf diesem Planeten wohnen.
Die offene Frage freilich bleibt, ob es wirkliche künstliche Intelligenz jemals geben kann. Was passiert, wenn man ein künstliches Gehirn einschaltet, das weiß niemand. Kurzweil glaubt, es würde lernen wie ein kleines Kind - vorausgesetzt, man simuliert äußere Reize. Aber wird es denken? Wird es ein Ich haben? Ist das menschliche Ich, ist Intelligenz wirklich nur ein Epiphänomen neuronaler Schaltkreise? Und wenn man den Gehirn-Inhalt eines Menschen auf zehn Roboter überträgt, wer ist dann der angeblich unsterbliche Mensch? Für die Transhumanisten ist unser Selbst nur Information - ihnen reicht die Unsterblichkeit als Software.
Dahinter verbirgt sich nicht weniger als die Frage nach der menschlichen Seele. Nicht nur für Mystiker, auch für viele Hirnforscher allerdings ist die Vorstellung, dass „Ich“ des Menschen wäre nicht mehr als sein Gehirn ein verrückter Irrtum. Künstliches Bewusstsein scheint ihnen sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus spiritueller Sicht eine Unmöglichkeit zu sein. Eine Form von Intelligenz mag denkbar sein, jedoch wird es wohl eine deterministische bleiben, reine Berechnung, ohne das Raten und Vermuten, ohne Ideen, ohne Intuition und plötzliche Einfälle. Oder vermag die neuronale Struktur eines Kunst-Gehrines und digitale DNA doch das Bewusstseinsfeld des Universums anzuzapfen? Lassen sich digitale Seelen erzeugen? Immer wieder führen uns diese Fragen an die zentralen spirituellen Kontemplationen: Was ist Bewusstsein? Was ist eine Seele? Was ist das Ich?
Ich glaube es nicht. Der Transhumanismus offenbart sich für mich als eine Form von Wahnsinn, angetrieben von Allmachtsphantasien und der Angst vor dem Tod. Der Transhumanismus wird an der Realität scheitern, dass er in seinem materialistisch-mechanischem Weltbild nicht begreifen will, was das Leben, was Bewusstsein wirklich ist. Dieses Leben, das trotz allen Fortschritts für unsere Wissenschaft nämlich noch immer ein völliges Rätsel ist, dieses Leben, dass der Entropie trotzt und immer komplexere, bewusstere Formen annimmt. Der Transhumanismus ist die ultimative Sackgasse des Materialismus, seine ins Groteske verzerrte Fratze.
Aber schon jetzt hat er Millionen von Anhängern - und nur wenige Menschen setzen sich wirklich damit auseinander, wie unmittelbar und zeitnah uns viele dieser Entwicklungen schon bald betreffen werden. Ebenso selbstverständlich wie das Smartphone werden auch alle zukünftigen Entwicklungen in die Normalität übergehen. Bald werden Eltern konservativ sein, wenn sie ihren Kinder zu Weihnachten nicht das neueste Implantat einsetzen lassen.
Es ist meine Hoffnung, dass der Mensch entweder rechtzeitig geistig reift, um diese Entwicklung noch zu beenden, oder aber das andere Faktoren, wie Umwelt oder Wirtschaft, sie glücklicherweise unmöglich machen. Vielleicht ist der Transhumanismus das letzte Aufbäumen des Materialismus, vielleicht werden ja gerade die Erkenntnisse aus diesem wahnwitzigen Versuch ein neues Kapitel aufschlagen. Vermutlich ist dies die Hoffnung von Menschen wie dem Dalai Lama, der sich auch für den Transhumanismus einsetzt.
Ich jedenfalls bin ein Terraner.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gibt es höher entwickelte Wesen?


Heute möchte ich euch einen Artikel des KOPP-Verlags zeigen, der sich mit der vielleicht ältesten Frage der Menschheit überhaupt befasst: Gibt es Ausserirdische? Wer sich nur ein wenig mit der Thematik beschäftigt, wird feststellen, dass es doch sehr sehr unwahrscheinlich ist, dass die Erde der einzige Planet im Universum ist, auf dem Leben möglich ist. Viel Spaß beim Lesen!


Durch eine neue astrophysikalische Studie wissen wir, dass bis zu 40 Prozent der so genannten Roten Zwerge (eine Art von Sternen oder "Sonnen") über Planeten verfügen, die der Erde ähnlich sind und sie in genau der richtigen Entfernung umkreisen, die Leben in der uns bekannten Form zulässt. Warum das so bedeutsam ist?

Nun, die Anzahl der Sterne in unserer Galaxie, der Milchstraße, wird auf 200 bis 400 Milliarden geschätzt. Und jeder dieser Sterne ist eine "Sonne" mit einem eigenen Sonnensystem. Schätzungsweise 70 bis 90 Prozent dieser Sterne sind Rote Zwerge (siehe Quellen am Ende des Berichts.)

Rechnen wir einmal nach und zwar ausgehend von der konservativsten Annahme: 200 Milliarden Sterne in der Milchstraße, davon 70 Prozent Rote Zwerge, davon wiederum 40 Prozent mit erdähnlichen Planeten in einer Entfernung, die Leben möglich erscheinen lässt. Mit dieser Rechnung kommen wir auf 56 Milliarden Planeten allein in unserer Galaxie, auf denen es möglicherweise Leben gibt (von den Milliarden weiter entfernter Galaxien wollen wir hier gar nicht reden.)


Einige dieser Planeten, auf denen möglicherweise Leben vorkommt, sind aus galaktischer Sicht enge Nachbarn - bis zu 100 solche Planeten existieren im Umkreis von nur 30 Lichtjahren von der Erde.

Wieder erhebt sich Frage: Warum ist das bedeutsam? Die Milchstraße ist (geschätzte) 13,2 Milliarden Jahre alt. Auf der Erde haben sich die menschliche Zivilisation und moderne Technik erst in den letzten paar Tausend Jahren entwickelt, ein ähnlicher Fortschritt wäre auf anderen Planeten schon Millionen Jahre früher möglich gewesen.

Es ist also denkbar, dass uns Lebewesen in unserer eigenen Milchstraße in Technik, Bewusstsein, Philosophie und anderen Wissensgebieten buchstäblich um Millionen Jahre voraus wären.


Im Vergleich sind wir Irdischen ahnungslose Kinder. Hier sitzen wir auf unserem Planeten Erde und beschießen uns im Kampf um fossile Energieträger und andere Bodenschätze noch immer gegenseitig mit Bleikugeln. Weiter entwickelte Zivilisationen haben mit einiger Sicherheit bereits Geheimnisse über freie Energie, elementare Transmutation, Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit, Bioenergie, Geist-Materie-Dualismus, die Natur des Bewusstseins und vieles andere entschlüsselt. Wahrscheinlich lachen sie gerade in diesem Moment schallend über uns.

Sehr wahrscheinlich gibt es in unserer Galaxie noch anderes intelligentes Leben.


Man muss sich also vor Augen führen: die Wahrscheinlichkeit, dass es in unserer Milchstraße Zivilisationen gibt, die weiter entwickelt sind als wir, liegt bei fast 100 Prozent. Im Umkehrschluss ist die Vorstellung, die Erde sei die einzige Zivilisation in der gesamten Milchstraße, in der intelligentes Leben herrsche, vollkommen unsinnig, ja geradezu absurd.

Wir wissen beispielsweise schon heute, dass der Samen des Lebens – die DNS – problemlos Reisen auf Meteoriten übersteht, die regelmäßig in der Galaxie unterwegs sind. Überhaupt ist es möglich, dass die ersten Samen unserer DNS durch eine solche intergalaktische "Aussaat" auf die Erde gekommen sind.

Solche Überlegungen führen unweigerlich zu einer Diskussion über den Ursprung des Lebens, über Schöpfung, intelligente Planung und Darwinismus. Deshalb behandele ich diesen Aspekt am Ende dieses Artikels. Mein Fazit: Nach meiner Überzeugung existiert unser gesamtes Universum (seit dem Urknall) nur deshalb, weil eine intelligente Instanz - ein Schöpfer - die Saat nicht nur für unser eigenes Universum, sondern das gesamte Multiversum gelegt hat. Am Ende dieses Artikels finden Sie eine ausführlichere Besprechung und eine Liste empfohlener Literatur.

Kehren wir zurück zur Frage intelligenten Lebens außerhalb der Erde – angesichts der Tatsache, dass allein in unserer Galaxie geschätzte 56 Milliarden Planeten, auf denen Leben möglich ist, existieren, muss es eine sehr große Anzahl von Zivilisationen geben, die schon weit länger existieren als die unsere. Und zwar Millionen Jahre länger. Das ist eine sehr lange Zeit, um sich Wissen anzueignen, die Technik voranzubringen, das Bewusstsein zu erweitern und sogar das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit zu entwickeln, so dass Besuche in anderen Welten so einfach werden, als führen Sie oder ich mal eben um die Ecke zum nächsten Supermarkt.


Und schon wieder erhebt sich die Frage: Warum ist das wichtig? Aus dem einfachen Grund, dass es bedeutet, dass unsere Erde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von außerirdischen Zivilisationen beobachtet wird. Wenn diese über die Technologie verfügen, mit Überlichtgeschwindigkeit zu reisen, dann haben sie wahrscheinlich auch die Technologie, zu verhindern, dass sie von uns entdeckt werden.

Tatsächlich scheint es logisch, dass es vielleicht Hunderte, Tausende oder sogar Millionen solcher hochentwickelten Gesellschaften gibt, die gerade in diesem Moment die Erde beobachten.


Warum wissen wir noch nichts über außerirdische Zivilisationen und Lebewesen?

Wenn dem so ist, warum haben sie sich bisher auf der Erde nicht eingemischt? Oder haben sie es vielleicht schon? Es gibt überzeugende Hinweise auf uralte Zivilisationen auf unserem Planeten, von denen einige durchaus Besuch von höher entwickelten Wesen erhalten haben könnten, die ihnen technische Kenntnisse vermittelt haben. Wie wurden beispielsweise die Pyramiden gebaut? Es gibt noch weit überzeugendere Artefakte in Bolivien und ganz Südamerika. Die menschliche Frühgeschichte, einschließlich der biblischen Geschichte, ist voll von Berichten über Treffen mit außerirdischen Wesen. Es ist lohnend, einmal den Suchbegriff "prähistorische Astronauten" zu googeln.


Was also machen die intelligenten Wesen in der Galaxie mit der Erde? Ich stelle Ihnen meine Gedanken und Theorien vor:



Sieben Theorien, warum es heute keinen "Kontakt" gibt

• Theorie Nr. 1: Die Erde ist zu einer Zone der "Nichteinmischung" erklärt worden, alle außerirdischen Zivilisationen haben sich auf ein "Hände weg" geeinigt und beschränken sich auf die Beobachtung unseres Planeten und der Menschen. Das würde natürlich eine Art galaktischer Regierung voraussetzen - an sich schon ein faszinierendes Thema.


• Theorie Nr. 2: Es gibt in der Galaxie keine hochentwickelten außerirdischen Wesen. Wir sind das einzige intelligente Leben im Universum. Gott steh' uns bei, wenn sich das als wahr erweisen würde - denn in dem Fall kann nichts und niemand menschengeführte Unternehmen davon abhalten, ganze Welten auszuplündern und zu zerstören. Die einzige Voraussetzung wäre die Entwicklung einer kostengünstigen Raumfahrttechnologie. Stellen Sie sich doch nur einmal vor: ein Jupiter-ähnlicher Planet, umbenannt in "Planet Microsoft Inc.", auf dem es so etwas wie Ethik gar nicht gibt, wäre extrem gefährlich.


• Theorie Nr. 3: Es gibt außerirdische Wesen, aber sie haben uns noch nicht entdeckt. Vielleicht suchen sie ja nur alle 50.000 Jahre einmal nach Planeten, auf denen Leben möglich wäre. Und da unsere Zivilisation ja erst ungefähr 10.000 Jahre alt ist, haben sie uns noch nicht auf ihrem Radar entdeckt. Explosionen von Atomwaffen - die vom Weltraum aus leicht zu erkennen sind - hat es (wohl) erst in den letzten 65 Jahren gegeben. Das Licht von solchen Ereignissen erreicht viele fortgeschrittene Zivilisationen erst jetzt, sie könnten daraufhin ein Vorgehen gegen die Erde in Erwägung ziehen.


• Theorie Nr. 4: Unsere heutige menschliche Gattung wurde von Außerirdischen begründet, die unsere heimischen Primaten entweder gesät oder verändert haben, um für Zwecke, die wir noch nicht kennen, eine intelligentere Rasse zu schaffen (vielleicht eine Sklavenrasse gehorsamer Arbeiter? Schließlich scheint dieser Wesenszug unter den heute lebenden Menschen weit verbreitet zu sein…).


• Theorie Nr. 5: Außerirdische wissen alles über uns, aber sie warten erst einmal ab, ob wir uns selbst zerstören. Überstehen wir die nächsten paar hundert Jahre, ohne unseren Planeten zu entvölkern, werden sie vielleicht Kontakt zu uns aufnehmen. Es ist eine Frage der Reife der Gattung - betrachtet man die Menschen als reif genug, um sich überhaupt die Mühe zu machen, mit ihnen in Kontakt zu treten? Oder sind wir immer noch nichts weiter als hellhäutige Affen, die sich gegenseitig mit Knüppeln und Steinen die Köpfe einschlagen, während sie den eigenen Planeten vergiften und das Leben ausrotten? Aus galaktischer Sicht sind die "modernen Waffen" auf der Erde ein Witz, unsere Konzentration auf Waffen und Krieg beweist nur, wie dumm wir sind, wenn Weisheit und Reife gefragt wären.


• Theorie Nr. 6: Außerirdische sind bereits hier und führen gemäß einer hinterhältigen Strategie der Infiltration bereits das Kommando. Erinnern Sie sich noch an die Fernsehserie "V - Die außerirdischen Besucher kommen"? Ja genau, echsenartige Menschen und so weiter… Die "David-Icke-Theorie".


• Theorie Nr. 7: Eine der außerirdischen Rassen beansprucht die Erde bereits als "Besitz", sie wird schon bald auf dem Planeten landen und Anspruch auf die Rohstoffe geltend machen. Denken Sie doch einmal nach: wenn wir Erdenmenschen über die Technologie verfügten, mit Überlichtgeschwindigkeit zu reisen, wären wir dann nicht in der ganzen Milchstraße unterwegs und erhöben Anspruch auf alle Planeten, die wir fänden? Und dabei wären die wertvollsten Planeten wohl die Wasserplaneten, denn Wasser ist wirklich das "Gold" des Lebens (wie wir es kennen) in der Galaxie. Ein großer blauer Planet wie die Erde erschiene wie ein wertvoller Edelstein in einem Meer zumeist unbewohnbarer Felsen. Jede entwickelte Zivilisation im Universum würde die Erde gern "besitzen", sofern ihr überhaupt an Besitz gelegen wäre.



Menschen sind eine ignorante kindliche Gattung, die das Leben zerstört

Von all diesen Theorien halte ich persönlich die fünfte für die realistischste. Leider bleibt die Menschheit eine kindliche Gattung - fixiert auf selbstsüchtige Motive und die Zerstörung des eigenen Planeten. Eine hochentwickelte außerirdische Gattung wird notwendigerweise für all unsere GVO, Pestizide, Atomwaffenversuche, HAARP, Fluoridvergiftung und andere geradezu bizarren "wissenschaftlichen" Errungenschaften nur Verachtung übrig haben. "Diese Irdischen sind wirklich destruktiv", würden sie wohl sagen. "Stellen wir also sicher, dass sie nicht schon bald in den Weltraum vordringen".

Ein anderer Außerirdischer würde sagen: "Ich wette zwei zu eins, dass sie im Laufe der nächsten 100 Umdrehungen um die Sonne ihre eigene Zivilisation zerstören."


Es ist natürlich ganz amüsant, arroganten Wissenschaftlern auf der Welt zuzuhören, die von sich selbst als wahren Genies reden. Einerseits sind sie noch immer in dem Modell der physikalischen Realität des Universums verhaftet und haben die Existenz von Biofeldern oder auch nur Bewusstsein noch gar nicht zur Kenntnis genommen. Es war wieder einmal der Physiker Stephen Hawking, der in seinem neuesten Buch "Der große Entwurf" erklärt, der Mensch sei lediglich ein biologischer Roboter ohne Bewusstsein oder freien Willen. Er schreibt:

"Es ist schwer vorstellbar, wie sich der freie Wille Geltung verschaffen kann, wenn unser Verhalten vom physikalischen Gesetz bestimmt wird. Daher hat es den Anschein, dass wir lediglich biologische Maschinen sind und dass der freie Wille nur eine Illusion ist."

In ähnlicher Weise ist auch der Mitentdecker der Molekularstruktur der DNS, Francis Crick, überzeugt, der Mensch sei nur eine biochemische Maschine ohne Bewusstsein und freien Willen:

"Sie, Ihre Freuden und Leiden, Ihre Erinnerungen, Ihre Ziele, Ihr Sinn für Ihre eigene Identität und Willensfreiheit - bei alledem handelt es sich in Wirklichkeit nur um das Verhalten einer riesigen Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Molekülen",

schreibt er in seinem Buch "Was die Seele wirklich ist". (Der englische Titel des Buchs lautet "The Astonishing Hypothesis. The Scientific Search for the Soul").


Das weist auf eine kindliche, ignorante Spezies hin. Nach galaktischem Maßstab sind Irdische kaum besser als clevere Affen, die sich irgendwie aus dem Staub erhoben und ein paar Dinge über Verbrennungsmotoren und das elektromagnetische Spektrum herausgefunden haben. Ja, wir haben Atomwaffen gebaut - die ohne jeden Zweifel von entfernten Welten aus zu erkennen sind, denn die Signale der Tests haben sich mit Überlichtgeschwindigkeit verbreitet und hoch entwickelte Zivilisationen in der Milchstraße erreicht. Aber dann haben wir diese Waffen nur dazu benutzt, um unseren irdischen Brüdern und Schwestern mit Vernichtung zu drohen. Eine Art Selbst-Völkermord. Vom Standpunkt der Außerirdischen erscheint das schlicht und einfach als völliger Wahnsinn.


Noch einmal: es sind Zeichen einer ignoranten, infantilen Spezies, die kaum gelernt hat, aufrecht zu stehen und zu gehen, geschweige denn, etwas Sinnvolles zum Universum als Ganzem beizutragen. Tatsächlich ist das einzige, was die Erde der Galaxie beschert hat, Weltallschrott, der unseren Planeten umkreist. Das heißt, wir nutzen den Weltraum als bequemen Schuttabladeplatz. Ein solches Verhalten hat nicht unbedingt zur Folge, dass der Nachbar Sie zum Abendessen einlädt. Verstehen Sie, was ich damit sagen will?


Steht die Menschheit kurz davor, zur "invasiven Spezies" zu werden?

All das rückt die eigenen erdbehafteten Probleme irgendwie in die richtige Perspektive, oder? Probleme wie Wahlbetrug, die Quacksalber-Wissenschaft von Big Pharma und sogar impfgeschädigte Babys erscheinen lächerlich gering, wenn sie aus der Perspektive betrachtet werden, dass sich hier Menschen an das zerbrechliche Leben klammern - eine infantile Spezies auf einem kleinen Wasserplaneten in einer Galaxie, die vor Leben nur so brummt. Es wäre doch viel logischer, sich darum zu kümmern, wie wir sicherstellen können, dass wir einer weiter entwickelten außerirdischen Spezies keine Rechtfertigung dafür liefern, das Leben auf unserem Planeten auszulöschen und noch einmal von vorn zu beginnen.


Und schließlich: wenn diese Beobachter erkennen, dass die Erdenmenschen die Raumfahrt entwickeln und anfangen, andere Planeten zu plündern, zu kontaminieren oder mit Atomraketen anzugreifen, dann ist sehr gut nachvollziehbar, dass sie zu dem Schluss kommen, die Irdischen seien eine invasive Spezies, und uns genauso kaltblütig ausrotten, wie wir einen schönen Ameisenhaufen zertrampeln.

Seien wir also gewarnt, dass die Welt sich besinnen muss, bevor wir auf die galaktische "Keine-wiederbelebenden-Maßnahmen"-Liste gesetzt werden.