Donnerstag, 15. März 2012

Video der Woche 15.03.12 - Brennnessel Krieg in Frankreich - Codex Alimentarius



Die Brennnessel hat siebenmal mehr Vitamin C wie eine Orange und in der Trockenmasse 40% Eiweiß, mehr als Soja. Bei Strafe von, man höre und staune 75 000 Euro, gibt es in Frankreich ein Anwendungsverbot und ein Weitergabeverbot von Informationen der Brennnessel.

"Das heißt, ein Düngen und Gießen der Gartenpflanze mit natürlichen Stoffen ist verboten, die Ausbringung von Pestiziden ist jedoch erlaubt."

"Seit September 2002 ist der Verkauf von Brennnesseljauche in Frankreich verboten. Und seit dem ersten Juli 2006 verbietet ein Gesetz, staatlich nicht genehmigte Pflanzenextrakte, die das Wachstum fördern oder dem Pflanzenschutz dienlich sind (wie zum Beispiel die seit Jahrhunderten benutzte Brennnesseljauche) zu verkaufen, zu besitzen und zu benutzen. Sogar Werbung und Empfehlungen für diese Produkte sind nunmehr verboten. 75 000 Euro Strafandrohung für das Verbreiten von jahrhundertelang bekannten Informationen über die Jaucheherstellung, weil es 'keine Marktzulassung' gäbe."

"Am 31. August 2006 erhielt Eric Petiot, Mitverfasser des Buches 'Purin d'ortie et Compagnie', Besuch eines Agenten der DNECCRF (staatliche Kontrollbehörde für Steuerhinterziehung und andere Vergehen) und der SPRV (regionale Behörde für Pflanzenschutz). Sie beschlagnahmten Lehrbücher und Dokumente und untersagten ihm gleichzeitig, weiterhin Informationen über die Eigenschaften der Präparate und die inkriminierten Herstellungsverfahren zu verbreiten.
Die Maßnahmen kriminalisieren alle jene, die biologische oder dynamische Kulturen anlegen, wie auch Amateur-GärtnerInnen, die mit der Erde sorgfältig umgehen und Leute, die mit bewährten traditionellen Rezepten arbeiten, die nicht mit den Normen des Agrobusiness übereinstimmen."


Unter den Experten, die zu Wort kommen:

  • Alain Baraton, Chefgärtner vom Chateau de Versailles (Frankreich)
  • Bernard Bertrand, Bauer und Verleger (Frankreich)
  • Claude & Lydia Bourguignon, Ingenieur-Agronom (Frankreich)
  • Gilles Clément, Gärtner und Gartenarchitekt (Frankreich)
  • Francois de Conti, Weinbauer (Frankreich)
  • Francois Couplan, Ethnobotaniker (Frankreich)
  • Francis Hallé, Botaniker (Frakreich)
  • Pr. Monique Simmonds, Biologe - Kew Gardens (London, GB)
  • Jacques Thierry, Chefkoch (Frankreich)

Weitere Links:


Kontrolle der Gesundheit durch den Codex Alimentarius

Die Kommission für den Codex Alimentarius ist eine Institution unter falscher Flagge. Die meisten Menschen haben noch nie etwas von ihr gehört und die Übrigen erkennen wohl kaum das wahre Gesicht dieser überaus mächtigen Organisation. Laut der offiziellen Kommissions-Website besteht die selbstlose Bestimmung des Gremius darin, "die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und einen fairen Lebensmittelhandel zu gewährleisten, sowie die Abstimmung aller Bemühungen internationaler Regierungen und Nichtregierungsorganisationen um Lebensmittelstandards voranzutreiben."

Der Alimentarius (lat. für "Lebensmittel-Kodex") wird gemeinschaftlich von der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kontrolliert.

Die Geschichte des Codex begann im Jahre 1893, als Österreich-Ungarn befand, dass ein spezielles Regelwerk erforderlich sei, nach dem Gerichtshöfe in Streitfällen um Lebensmittel urteilen konnten. Die resultierende Versammlung amtlicher Vorschriften wurde als Codex Alimentarius bekannt. Er war bis zum Niedergang der Doppelmonarchie 1918 in Kraft.

Auf einer Versammlung im Jahre 1962 entschieden die Vereinten Nationen, den Codex zum "Schutze" der Verbrauchergesundheit weltweit wieder einzuführen. Zwei Drittel der Finanzierung des Codex kamen von der WEO, das restliche Drittel von der WHO.

Im Jahre 2002 kamen den beiden Organisationen allerdings schwere Bedenken wegen der Ausrichtung des Codex. Ein externer Gutachter wurde beauftragt, die Leistungen und Erfolge des Regelwerks seit 1962 zu bewerten und die bei der weiteren Arbeit einzuschlagende Richtung zu bestimmen. Der Gutachter befand, dass der gesamte Codex umgehend einzustampfen sei.

Zu dem Zeitpunkt schaltete sich die Großindustrie ein und begann, ihren machtvollen Einfluss auszuüben. Die überarbeitete Version des Gutachtens war dann ein abgemildertes Ersuchen an die Kommission, sich um 20 Problempunkte im Codex zu kümmern.




Mittwoch, 14. März 2012

Zitat der Woche 14.03.12 - du Maurier


Ein freundliches Wort kostet nichts - und dennoch ist es das schönste aller Geschenke.

(Daphne du Maurier)


Donnerstag, 8. März 2012

Video der Woche 08.03.12 - Tagebuch einer Revolution


In dieser Dokumentation geht es darum, wie ein Reporter von ARD die arabischen Umstürze miterlebte. Hier kommen Dinge zur Sprache, die sonst so im Fernsehen nicht zu sehen bzw. zu hören sind. Ich empfehle JEDEM von euch diese Reportage anzuschauen! Viel Spaß :-)


Mittwoch, 7. März 2012

Zitat der Woche 07.03.12 - Stamm der Cree


Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden wir feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

(Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree)

Freitag, 2. März 2012

Video der Woche 01.03.12 - HOME



Wir leben in einer alles entscheidenden Zeit. Wissenschaftler sagen uns, wir hätten nur 10 Jahre um unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen zu verhindern und um eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern. Jeder Einzelne muss an dieser gemeinsamen Anstrengung teilnehmen - und um so viele Leute wie möglich darauf aufmerksam zu machen, habe ich den Film HOME gedreht.
Damit der Film die größt-mögliche Verbreitung erhält, muss er umsonst sein; unser Sponsor, die PPR Gruppe hat dies ermöglicht. EuropaCorp, der den Vertrieb sicherstellt, hat sich bereiterklärt, keinen Gewinn aus HOME erwirtschaften zu wollen, weil der Film nicht auf wirtschaftlichen Erfolg angelegt ist.
Ich hätte gerne, dass HOME auch ihr Film wird. Verteilen Sie ihn weiter. 
Und handeln Sie.

Yann Arthus-Bertrand


Mittwoch, 29. Februar 2012

Zitat der Woche 29.02.12 - Voltaire



Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

(Voltaire)

Donnerstag, 23. Februar 2012

Video der Woche 23.02.12 - Der erschöpfte Planet - Machtfaktor Erde Teil 1


Beschreibung des Videos bei Youtube:

Das Hochland von Tibet und die Gipfel des Himalaya sind der Süßwasserspeicher Asiens. Hier entspringen große Flüsse, in deren Einzugsgebiet mehr als eine Milliarde Menschen leben. Aber die Flüsse fließen nicht mehr wie früher.

Indische und chinesische Truppen stehen sich im höchsten Gebirge der Welt gegenüber. Auf dem Exerzierplatz in Ladakh inspiziert Kommandant Achal Sharma die Fortschritte beim Training seiner Soldaten. "Das sind Kampftruppen", versichert er.

Luftmarschall A.K. Singh, ehemals Generalstabschef der Indian Air Force, berichtet in Delhi, wie rasant in den vergangenen Jahrzehnten die Gletscher geschmolzen seien. Als Kampfpilot ist er unzählige Male über den Himalaya geflogen. Es überrascht, wie offen und eindringlich er vor den Konsequenzen des Klimawandels warnt.

Millionen Menschen würden zu Umweltflüchtlingen, wenn in Bangladesch die Meeresspiegel stiegen und das Süßwasser aus den Bergen ausbliebe. Durch diese Menschenmassen wären die angrenzenden Länder aber überfordert. Indien baut schon vor. Mit einem 3000 Kilometer langen, bewachten Grenzzaun, der die Einwohner Bangladeschs aussperren soll.

Das hoch gelegene Kaschmir kommt nicht zur Ruhe. Und jetzt auch noch die Sorge um das Wasser. Professor Bighram trifft sich in der Hauptstadt Srinagar mit Studenten in einem Café. Bei der Diskussion wird schnell deutlich, wie sehr für diese Geologen zunehmende Fluten, Lawinen und Dürren auch ein politisches Thema geworden sind. Beim Ausflug zu einem der schwindenden Gletscher bestätigt der Forscher, dass Pakistan Indien bereits vorwerfe, Wasser als Waffe einzusetzen.

Auf der anderen Seite der Erde hat Lima aktuelle Sorgen mit dem Abschmelzen der Anden. Die Hauptstadt Perus könnte die erste Millionenmetropole sein, die aufgegeben werden muss, weil das Wasser nicht mehr reicht. Die Polizei bereitet sich auf Unruhen vor. Ein Bürgerkrieg sei nicht auszuschließen, erklärt Guillermo Enrique Alvizuri Valiente, der Direktor des Nationalen Zivilen Verteidigungsministeriums in seiner Einsatzzentrale.

Wasser, freuchtbares Land und Bodenschätze bekommen in Zeiten des Klimawandels eine neue strategische Bedeutung. In Afrika und Südamerika sichern sich Staaten wie Japan, Südkorea, Indien und China riesige Ländereien. Sollten daheim die Ernten schlecht ausfallen, können in der Ferne Erträge erwirtschaftet werden, die nicht über den - auch mit knappen Nahrungsmitteln spekulierenden - Weltmarkt gehandelt werden.

In einer abgelegenen Region Äthiopiens findet das ZDF-Team heraus, dass eine saudi-arabische Investorgruppe groß in den Reisanbau einsteigt und dafür Tausende von Kleinbauern umgesiedelt werden. "Kein Meha-Projekt, ein Giga-Projekt", erklärt der verantwortliche Manager. Irgendwann könnten auf äthiopischen Landstraßen Hilfstransporte in Hungergebiete LKW-Kolonnen mit Reis für den Export begegnen. Reis, der nicht verkauft wird, sondern schon auf dem Halm Saudi-Arabien, China oder Indien gehört.

Bittere Ironie: Nachhaltiges Wirtschaften und grüne Technologien erfordern Ressourcen (Erze, seltene Erden), die nur in endlichen Mengen vorhanden und auf der Welt ungleich verteilt sind. Nur Mächte, die sich den Zugang zu diesen Rohstoffen sichern, können in einer verantwortlich handelnden Wirtschaft für das 21. Jahrhundert eine führende Rolle spielen.

In der inneren Mongolei spricht Claus Kleber mit chinesischen Funktionären, die diese Rolle selbstbewusst für sich beanspruchen. Ihr Trumpf: Ein Großteil der seltenen Erden, die die Industrie für den Bau von Elektroautos und Windkrafträdern benötigt, wird in der Nähe der chinesischen Industrie-Metroploe Baotou abgebaut. China ist entschlossen, dieses Monopol zu nutzen, um auch bei den sogenannten "Grünen Technologien" weltweit an die Spitze zu kommen. Was für die Saudis das Öl, sind die seltenen Erden für China.

Deutschland, so stolz auf seine Windkraft-Technologie, bekommt in der inneren Mongolei einen Gegenspieler. Das Gin-Feng-Team ist so frisch wie der Sonnenaufgang, ein relativ junges Team, sehr harmonisch und sehr motiviert. "Wir arbeiten sehr fleißig", erzählt der sympathische Manager der Goldwind-Fabrik Claus Kleber bei einer Werksbesichtigung. Die blitzsaubere Anlage produziert mittlerweile auch für den Export. Der aus Brandenburg stammende Wolfgang Jussen hat den rasanten Ausbau der Windparks in China miterlebt. Er klettert mit uns auf eine seiner Turbinen und zeigt, wie sich Chinas Windkraft bis zum Horizont ausbreitet.

Angela Andersen und Claus Kleber vermitteln in ihrem Film eine Ahnung davon, wie rasant sich die Welt auch in dieser Beziehung verändert und wie viel für Deutschland davon abhängt, sich rechtzeitig darauf einzustellen.